Nusszeit Info - glückliche Kürbiskerne

Machen Kürbiskerne glücklich? Heute geben wir einen etwas anderen Blickwinkel auf die Kürbiskerne, einer weiteren wichtigen Zutat unserer Nöttis.



Was viele von Euch vielleicht interessiert: Der Kürbis ist botanisch gesehen die größte Beerenfrucht der Welt.

Und Beeren haben von Natur aus viel Zink gegenüber anderen pflanzlichen Quellen. Spitzenreiter sind aber mit Abstand die Kürbiskerne. Wenn Du Dich vegan ernährst, ist das besonders interessant für Dich. Denn Zink gehört zu den potenziell kritischen Nährstoffen einer veganen Ernährung. Zink ist als essenzielles Spurenelement wichtig für zahlreiche Enzymfunktionen im Körper, hat antioxidative Wirkung und trägt zur Wundheilung und Zellerneuerung bei. Im Gegensatz dazu kann sich ein Mangel u. a. in einer gestörten Immunfunktion und im Haarverlust äußern (Biesalski, 2016).


Keine Sorge, für die Halbglatze mancher Männer ist oft nicht der Zinkmangel verantwortlich. Vielmehr werden Kürbiskerne gern als Wundermittel für die Gesundheit der Harnwege und Prostata verkauft. Ist etwas dran an den Versprechen? In Tierversuchen konnten positive Wirkungen durch Kürbiskerne und ihre Inhaltsstoffe auf das Prostatagewicht und -wachstum, Inflammation und Blasenkontraktion beobachtet werden (Vahlensieck et al., 2015). Beim Menschen gibt es nur leichte Tendenzen (Damiano et al., 2016). Schade, somit werden wir dort wieder etwas hinters Licht geführt oder müssen wahrscheinlich Kiloweise Kürbiskerne essen, um einen Effekt zu erzielen. Wieder ein leeres Versprechen der Supplement-Hersteller. Seid daher bitte gern kritisch bei Werbeversprechen.


Aber warum sollen denn Kürbiskerne jetzt glücklich machen?


Diese Vermutung liegt am vergleichsweisen hohen Gehalt an Tryptophan: 100 g der Kerne enthalten 535 mg der essenziellen Aminosäure und das ist beachtlich viel. Tryptophan ist die Vorstufe für Serotonin, unser Wohlfühlhormon. Es sorgt für viel gute Laune und lässt uns den Alltagsstress meistern. Serotonin wird im Gehirn mit Hilfe von Tryptophan hergestellt. Die Wissenschaft konzentriert sich aber mehr auf die Wirkung von Tryptophan für einen verbesserten Schlaf. Und tatsächlich: 200 g Kürbiskerne, also ungefähr 1 g Tryptophan, haben sich signifikant als wirksamer Schlafverbesserer erwiesen (Halson, 2014). Doch müssen wir auch bedenken, dass 200 g Kürbiskerne jeden Abend eine beachtliche Menge Kalorien enthält. Ziehst Du das zwei Wochen als Einschlafhilfe durch, nimmst Du satte 7000 kcal extra auf.



Hier noch ein Tipp von mir: Beim Querlesen der Studien ist mir aufgefallen, dass sie sich hervorragend als Lifehack gegen Jetlag eignet. Vorausgesetzt ist hier natürlich wieder eine Aufnahemenge von 200g am besten schon bei Landeanflug im Flugzeug.


Ob Kürbiskerne nun schlussendlich glücklich machen, hat jedoch noch niemand wissenschaftlich untersucht. Mir persönlich zaubert der köstliche Geschmack gerösteter Kürbiskerne immer ein Lächeln ins Gesicht, also ein klares Ja. Aber Vorsicht mein subjektives Empfinden könnte sich auch als leeres Werbeversprechen entpuppen 😊


Euer Robert von Leesen



Quellen:


Halson, S.L. (2014). Sleep in Elite Athletes and Nutritional Interventions to Enhance Sleep. Sports Med 44, 13–23.


Biesalski, H.-K. (2016). Vitamine und Minerale: Indikation, Diagnostik, Therapie (Stuttgart New York: Georg Thieme Verlag).


Vahlensieck, W., Theurer, C., Pfitzer, E., Patz, B., Banik, N., and Engelmann, U. (2015). Effects of Pumpkin Seed in Men with Lower Urinary Tract Symptoms due to Benign Prostatic Hyperplasia in the One-Year, Randomized, Placebo-Controlled GRANU Study. UIN 94, 286–295.


Damiano, R., Cai, T., Fornara, P., Franzese, C.A., Leonardi, R., and Mirone, V. (2016). The role of Cucurbita pepo in the management of patients affected by lower urinary tract symptoms due to benign prostatic hyperplasia: A narrative review. 1 88, 136–143.


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